< zurück zum Blog

Ich war nervös. Ich stand mit schwitzenden Händen am Flughafen und wartete auf meine Herzdame. Es war unser erster gemeinsamer Urlaub. Ob das eine gute Idee war, ihr eine Reise zu mir nach El Salvador zu schenken? Weniger lag es am Reiseziel, eher an dem Umstand, dass wir das erste Mal gemeinsam Urlaub machten. Man kennt es ja vom Hören und Sagen: das erste Mal zusammen wegzufahren ist die erste wirkliche Bewährungsprobe einer jeden Beziehung.
“Aber wieso nervös sein?” dachte ich mir, “schließlich haben wir uns lange Zeit nicht mehr gesehen und Strand sowie Abenteuer im Dschungel tut jeden gut.”
Da war sie nun, noch bezaubernder als in meiner Erinnerung, sie strahlte mich an, wir fielen uns in die Arme und schenkten uns gegenseitig Küsse.
“Es ist eine Premiere für mich, erstmals Weihnachten nicht zu Hause”, dachte ich mir, während wir in Richtung Hotel fuhren.
Apropos Hotel, das war mein Weihnachtsgeschenk, eine Überraschung meiner Liebsten. Ich wusste aber noch nicht, was mich erwarten würde – ein Bungalow am Strand oder doch ein Baumhaus mitten im Dschungel? “Ich traue meinem Engel viel zu”, dachte ich.
Ich versuchte alles, um die Details zu erfahren, aber selbst die besten Tricks bewirkten nichts bei ihr, sie gab keine Information preis.

 

 

Erwartungsvoll blickte ich aus dem Fenster, als wir in eine Hauseinfahrt einfuhren. “Das gibt es doch nicht”, dachte ich und ich begann über den paradoxen Umstand und aus Freude zu lachen. Als ich meinen Fuß aus dem Auto setzte, erkannte ich erst, wie groß sie war, die Kaffeeplantage, auf der wir die nächsten Tage verbringen sollten.
Sie kam zu mir, gab mir einen sanften Kuss und sagte mit zittriger Stimme, “ich dachte mir, ich muss dich bei deiner Mission, der Suche nach der perfekten Bohne unterstützen, gefällt es dir ? Ja?”
Ich schmunzelte und küsste sie zustimmend.
Am nächsten Tag, dem Weihnachtsmorgen, durften wir glücklicherweise bei einer Röstung teilnehmen. Es war nicht nur für sie, sondern auch für mich ein spannender Prozess, denn dieses traditionelle Handwerk ist entscheidend für den Geschmack und gibt jedem Kaffee sein eigenes Röstprofil, das diesem wiederum seinen individuellen Charakter gibt.
Anschließend gab es eine Verkostung. Ich war begeistert, nicht nur über den Umstand, Weihnachten vereint mit meiner Liebsten auf einer Plantage feiern zu können, sonder auch über den Zufall eines der besten Aromen zu verkosten, die ich im Laufe meiner Mission verkostet hatte.
In diesem Moment dachte ich mir:

“Manchmal ist man dem Glück näher als man denkt!”

 

Ich war zuversichtlich – schließlich war das eine der Sorten, nach denen ich suchte.
Nun musste ich dem Kaffee noch einen Namen geben. Ich hatte Schwierigkeiten mit der Namensfindung. Dann fiel mir der auf der Hand liegende Name ein – “Engerl”, der Kosename meiner Herzdame.
Das war das schönste Weihnachtsfest, das ich soweit erleben durfte.

 

 

 



< zurück zum Blog